Glaukom: Früherkennung rettet Augenlicht

Einer der drei häufigsten Gründe für Sehbeeinträchtigung und Blindheit ist das Glaukom, auch Grüner Star genannt. Licht für die Welt hat nun das erste Programm veröffentlicht, das die Früherkennung erleichtern und Behandlungsmethoden südlich der Sahara verbessern soll.
Isabel Antonio sitzt mit ihren Enkelkindern vor dem Eingang ihres Hauses auf einer Bambusmatte. Der Junge sitzt links von Isabel und lächelt seine kleine Schwester an. Er ist ca. 10 Jahre und hat Albinismus. Das kleine Mädchen sitzt auf Isabels Schoß.

Wer an Glaukom erkrankt, merkt es meist, wenn es schon zu spät ist. Betroffene wie Isabel Antonio aus Mosambik haben oft keine Schmerzen oder andere Symptome. Weil es in vielen Regionen Afrikas keine Routineuntersuchungen gibt, bleibt die Krankheit oft unerkannt.

Jahrelange Suche nach einer Diagnose

Isabel António hatte schon seit Jahrzehnten Probleme mit ihrem Sehvermögen. Immer wieder war sie im Krankenhaus, doch erst vor drei Jahren wurde der Grüne Star diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt war die Krankheit schon zu weit vorangeschritten. Ihre Sehkraft konnte nicht mehr gerettet werden. 

Die 51-jährige Großmutter konnte es nicht glauben: „Glaukom hat mir so viele Dinge genommen. Jetzt habe ich hohen Blutdruck und kämpfe mit Depressionen. Ich war unabhängig, aber jetzt brauche ich Hilfe. Ich wünschte, ich hätte damals gewusst, was zu tun ist, um die Krankheit zu stoppen.“

Grüner Star: Behandlung

Um den Grünen Star zu verlangsamen oder zu heilen, muss der erhöhte Augeninnendruck gesenkt werden. Wird das Glaukom früh erkannt, gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, etwa mit Tabletten oder Augentropfen. Auch eine Operation oder Laserbehandlung helfen, den erhöhten Augeninnendruck  zu senken. Ist der Sehnerv jedoch geschädigt, ist die Sehkraft für immer verloren.

Abgeschiedenheit und mangelnde finanzielle Mittel als Hindernis

Für Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben, ist Früherkennung oft nicht möglich, denn die medizinische Versorgung ist unzureichend. In Mosambik gibt es beispielsweise nur 25 AugenärztInnen für mehr als 27 Millionen Menschen. 

Um eine angemessene Behandlung zu bekommen, müssen weite Strecken in die nächste Stadt zurückgelegt werden. Und das nicht nur für die Erstuntersuchung, sondern gegebenenfalls auch für eine Operation und Nachuntersuchungen. 

Oft können sich Betroffene die Behandlung und die damit einhergehenden Kosten nicht leisten. Neben der Angst vor dem Eingriff sind das Gründe, warum eine weniger effektive Methode gewählt wird.

Licht für die Welt präsentiert Toolkit zur Behandlung von Grünem Star in Afrika

Um die Behandlung von Glaukom in vielen Teilen Afrikas zu verbessern, haben wir von Licht für die Welt mit Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ein länderübergreifendes Programm  entwickelt, um medizinische Versorgung und Behandlungsmöglichkeiten für das Glaukom in Afrika zu verbessern. Es beinhaltet praktische Schritte, die dabei helfen, den Grünen Star rasch zu diagnostizieren und unterstützt bei der Entscheidung nach der richtigen Behandlungsmethode. Denn in afrikanischen Ländern mit unzureichender Gesundheitsversorgung ist es besonders wichtig, Glaukom zu vermeiden.