Die Folgen des Klimawandels in Mosambik : Betroffene berichten

Menschen mit Behinderungen erzählen, wie sie trotz wiederkehrender Wirbelstürme, verheerender Überschwemmungen und den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stark geblieben sind.
Die Straßen Mosambiks sind überschwemmt. Menschen waten durch die großen Lacken.

Eloise war der vierte Zyklon in einem Zeitraum von zwei Jahren, der die Küste von Mosambik und damit das Leben von über 366.000 Menschen zerstörte. Was sich danach abspielte, waren allzu vertraute Szenen in einer Region, die sich seit zwei Jahren nicht von den Folgen des Klimawandels und seiner Wirbelstürme erholen kann. 

Von Zyklon Idai im März 2019 über Kenneth einen Monat später bis hin zu Chalane im Jahr 2020 und jetzt Eloise diesen Januar - die Menschen in Mosambik werden von Rückschlägen geplagt und kommen kaum voran. Angesichts der COVID-19-Pandemie sehen ihre Aussichten noch düsterer aus. 

Laut dem Klima-Risiko-Index 2021 von Germanwatch ist Mosambik weltweit unter den Top-Fünf der Länder, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind. Solange Regierungen keine Wege aus der Klimakrise  finden und keine Maßnahmen ergreifen, um den globalen Temperaturanstieg zu stoppen, werden die Stürme weiterhin kommen.

Die Folgen des Klimawandels  in Mosambik forderte von Menschen mit Behinderungen in den letzten zwei Jahren bemerkenswerte Stärke, Mut und beharrliche Positivität. Hier teilen sie ihre Erfahrungen, von denen wir alle lernen können. 

Wiederaufbau statt Flucht

© Mango Sound

Luis Faquira (53) wurde während des Bürgerkriegs bei einer Minenexplosion schwer verletzt. Er lebt seit der Zerstörung seines Hauses mit seiner Frau, die ebenfalls eine Behinderung hat, in einer Notunterkunft in Buzi. 

"Es war schrecklich! So viele Häuser wurden zerstört. Aber gleichzeitig konnte ich sehen, wie stark die Solidarität der Gemeinschaft in schwierigen Zeiten ist. Solange wir alle zusammenhalten, besteht Hoffnung. Ich könnte weggehen, um ein neues Zuhause zu finden, aber ich liebe Buzi und gemeinsam werden wir das durchstehen!"

Stets einen positiven Blick bewahren

Jorge Manuel Jose bringt sich in einem LKW vor Fluten in Sicherheit (c) Mango Sound© Mango Sound

Jorge Manuel Jose (18) hat seine Eltern als Kind verloren und lebt seitdem bei seinem Onkel. Er hat eine körperliche Behinderung, wegen der er nicht ohne Hilfe gehen kann. Als Eloise hereinbrach, war sein Onkel zur Stelle und brachte ihn zu diesem rostigen alten Caterpillar-LKW, um ihn vor den unvermeidlichen Überschwemmungen in Sicherheit zu bringen. Dort verharrt er nun seit einer Woche. 

Doch Jorge hat sich gut an seine temporäre Unterkunft angepasst: „Beim letzten Zyklon wäre ich fast ertrunken. Ich kann nicht wie andere vor der Gefahr weglaufen. Dieser Ort ist mein Bett und mein Esszimmer. Ich bin froh, dass ich vor den Überschwemmungen sicher bin." 

Die Nothilfe von NGOs hat Jorge zum Glück erreicht. Er hat eine Decke, ein Moskitonetz, Seife, Gesichtsmasken und Materialien erhalten, die ihm und seinem Onkel helfen, ihr Haus wiederaufzubauen.    

In den Fokus der Hilfe gerückt

© Mango Sound

Eulália Jose (50) kämpft dafür, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen auch während der COVID-19-Pandemie berücksichtigt werden. "Wir versuchen sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen Priorität haben und auch während der Krise angemessen unterstützt werden!", sagt Eulália. 

Ihre Aufgabe war dieses Mal etwas einfacher: Mindestens zweihundert Nothelferinnen von NGO’s  wurden von "Licht für die Welt" darin geschult, Menschen mit Behinderungen in die Nothilfe einzubeziehen.

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang     

© Mango Sound

Laurinda Manuel Nhama (54) musste mehrmals neu beginnen. Sie hatte einige Rückschläge zu verkraften, darunter eine Krokodilattacke, die ihr rechtes Bein kostete. 

Obwohl sie den letzten Zyklon Elosie genauso verheerend erlebt hat, hat sich in ihren Augen zumindest die Nothilfe verbessert. "Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben sie Menschen mit Behinderungen Priorität eingeräumt und unsere Hilfsmittel in Betracht gezogen. Nach der Ankunft im Unterkunftszentrum suchten sie auch nach uns Menschen mit Behinderungen und fragten, ob wir spezielle Unterstützung benötigten."

Immer optimistisch sieht Laurinda Hoffnung für die kommenden Jahre. "Wir sind füreinander da und davon überzeugt, dass bessere Tage kommen werden. Doch es ist nicht mehr sicher, am Fluss zu leben. Wir müssen uns einen höher gelegenen Ort suchen, an dem wir leben können. Wir werden immer wieder neu beginnen, wenn es nötig ist."

Jetzt ist es wichtig Wege aus der Klimakrise  zu finden, denn die Folgen des Klimawandels  waren für Mosambik in den letzten zwei Jahren besonders verheerend.